Gruppe: Manfred Wiesinger, Lukas Weinbauer, Manuel Zwettler, Thomas Lint and Michael Beham
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Table of Contents
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1. Einführung
1.1 Einleitung
Das Outsourcen der IT-Infrastruktur eröffnet neue Möglichkeiten für ein Unternehmen, ist aber auch eine Herausforderung, da es einige Risiken mit sich bringt. Die IT-Infrastruktur in fremde Hände zu geben, ist aufgrund ihrer wichtigen Stellung in einem Unternehmen, oft eine schwierige Entscheidung. Es gehen aber einige Vorteile und Möglichkeiten mit dem IT-Outsourcing einher, und diese sollgen im Folgenden aufgezeigt werden.
Die IT eines Unternehmens trägt Verantwortung für immer komplexere Aufgaben und gewinnt daher mehr und mehr an Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Insbesondere durch die Nähe zum Kerngeschäft, sowie das tiefgreifende Verständnis der Unternehmens-Kernprozesse, aber auch die effizienten Bereitstellung und Wartung der Grundinfrastruktur und der kontinuierlichen Betreuung und Weiterentwicklung der Anwendungen erfährt die IT-Abteilung eines sehr hohe Stellung im Unternehmen, und muss sich enormen Anforderungen stellen. Dadurch wächst jedoch auch die Gefahr, den Blick aufs Wesentliche zu verlieren. Durch die vielen Anforderungen an die IT-Abteilung, muss man sich darüber gedanken machen, welche IT-Dienstleistungen zuverlässiger und effizienter von Extern erbracht werden können. Besonders gut für die Verlagerung an externe IT-Dienstleister eignen sich Basisleistungen rund um die IT-Grundversorgung.
Meist werden IT-Abteilungen an ihrem Wertbeitrag zum Unternehmen gemessen. Als Selbstverständlich wird mittlerweise die zuverlässige Bereitstellung von jederzeit verfügbaren IT-Ressourcen angesehen. In den letzten zwei Jahren sind viele neue Angebote mit hoher Flexibilität entstanden. Externe IT-Dienstleiter bieten flexible Verträge bei gleichzeitig hoher Kostentransparenz und -effizienz. Durch eine etwaige Kostenersparnis, die durch Outsourcing entsteht, kann mehr Geld in die Entwicklung innovativerer IT-Themen verwendet werden.
1.2 Definition
Es ist nicht einfach, eine klare Definition für den Begriff des IT-Outsourcing zu finden, da der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch relativ uneinheitlich verwendet wird. Ab welchem Umfang es sich bei extern bezogenen Ressourcen und/oder Leistungen um IT-Outsourcing handelt ist schwierig zu beantworten. Es kann aber gesagt werden, dass es sich beim IT- Outsourcing um die mittel- oder langfristige Übertragung von Verantwortung bezüglich Leistungserstellung der Gesamtfunktion bzw. Teilfunktionen der Datenverarbeitung an einen unabhängigen, externen Anbieter handelt.
1.3 Entscheidungskriterien
Laut Betriebswirtschaftslehre ist Outsourcing nur eine der verschiedenen Sourcing-Strategien. Unter Sourcing-Strategien versteht man im Allgemeinen Entscheidungen strategischer oder situationsbedingter Art bzgl. der Versorgung des Unternehmens mit den benötigten Ressourcen.
Es geht nun um die Frage, welcher der möglichen Bereitstellungswege, nämlich Eigenerstellung („Make“) oder Fremdbezug („Buy“), zu wählen sind. Hierbei ist eine Betrachtung eines jeden im Leistungsprozess eines Unternehmens benötigten, Produkts oder einer Dienstleistung notwendig, wobei eine optimale Sicherung der Unternehmensziele zu gewährleisten ist. Obwohl das „Make or Buy“-Problem typischerweise im Bereich der Produktion auftritt, lässt sich diese direkt auf nahezu alle anderen Bereiche eines Unternehmens, insbesondere auch die Dienstleistungsbereiche wie beispielsweise die IT, übertragen. Ist das Ergebnis einer Entscheidung der Fremdbezug der Ressource ("Buy"), so spricht man von Outsourcing.

Abbildung 1: Outsourcing als Sourcing Strategie
Fällt die Entscheidung auf den Fremdbezug einer bestimmten Leistung der Unternehmens-IT, also auf Outsourcing, kann dies aus vielerlei Gründen geschehen.
1.4 Senkung der Fixkosten, Verbesserung der Kostenstruktur
Es gibt einige Kriterien, die für die Entscheidung für Outsourcing bestimmter Leistungsbereiche sprechen. Eine davon ist die Fixkostensenkung. Durch Bezug von Leistungen der IT von einem externen Dienstleister, werden aus den Fixkosten für diese Leistungen variable Kosten, da normalerweise nur jene Leistungsmenge abgerechnet wird, die auch tatsächlich in Anspruch genommen wird. Diese Umwandlung hat den Vorteil, dass die Kosten besser planbar werden (vor allem die Zuordnung der Kosten auf bestimmte Leistungen) und dass sich die Flexibilität hinsichtlich der marktbezogener Reaktionen erhöht.
Eines der wichtigsten Chrarakteristiken variabler Kosten ist, dass sich ihre Höhe relativ zur tatäschlich in Anspruch genommenen Leistungsmenge bewegt und somit automatische sinkt, wenn es plötzlich eine verringerte Auslastung gibt. Fixkosten hingegen, bleiben unbeinflusst von der tatsächlich in Anspruch genommenen bzw. benötigten Menge. Das kann besonders bei plötzlich einbrechender Auslastung ein großes Problem darstellen. Auch die Liquidität des Unternehmens erhöht sich.
Die Ausnutzung von Skaleneffekten, die der Outsourcing-Dienstleister durch größere Volumina erreichen, und an den Outsourcing-Nachfrager weitergeben, ist vereinzelt ein Argument für das Outsourcing bestimmter Leistungen, da auch dadurch die Kosten gesenkt werden können.
1.5 Vermeidung hoher Investitionen und Mittelbindung
Outsourcing verhindert hohe Investitionskosten für Hardware und Personal. Auch bei der Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen können Kosten eingespart werden. Es muss kein zusätzliches Fachpersonal eingestellt werden, um über das nötige Know-how für den Betrieb eines bestimmten IT-Diestes zu verfügen. Die eigensparten finanziellen Mittel können dann für andere Investitionen verwendet werden.
1.6 Fokussierung auf das Kerngeschäft
Durch die Auslagerung von IT-Leistungen können sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren („do what you can do best - outsource the rest“). Besonders bei IT-Leistungen, die unterstützenden Charakter haben, trifft dieses Argument zu. Hier werden in vielen Unternehmen künstlich Kompetenzen geschaffen, welche dem eigentlichen Unternehmenszweck nicht zugeordnet werden können. Leistungen, welche dem primären Unternehmenszweck dienen, sollten nicht ausgelagert werden.
1.7 Erhöhung der Qualität der ausgelagerten Services
Im Bereich der IT sind auf Grund der hohen Innovationsgeschwindigkeit besondere Kompetenzen nötig, welche permanent weiterentwickelt werden müssen. Unternehmen, deren primäres Geschäftsgebiet außerhalb der IT liegt, müssen diese Kompetenzen zeit- und kostenintensiv aufbauen. In der Regel wird jedoch der Qualitätsstandard eines auf den Bereich der IT spezialisierten Dienstleisters nicht erreicht. Fremdbezogene IT Services weisen in vielen Fällen eine bessere Qualität auf, als durch das Unternehmen selbst umgesetzte. Dies gilt vor allem für kritischen Bereiche, wie Verfügbarkeit und Sicherheit.
1.8 Abtreten von Risiken an den Dienstleister
Mit der Auslagerung von IT- Leistungen kann die Verantwortung auf den Outsourcing-Dienstleister verlagert werden. Normalerweise regelt ein Vertrag zwischen IT-Dienstleister und IT-Dienstnehmer, die Gewährleistung für die erbrachten Leistungen und die Haftung im Fehlerfall. Auch der Grad der Leistungserbringung (Service Level Agreement) wird festgelegt. Dadurch liegt die Qualität und die Quantität der IT-Leistung in der Verantwortung des IT-Dienstleisters. Wird die vereinbarte Leistung nicht erbracht, dann haftet normalerweise der IT-Dienstleister.
2. Historischer Überblick
In den 60er Jahren begann in den USA die Entwicklung des Outsourcings der betrieblichen Datenverarbeitung zu einem bedeutenden Marktsegment zu werden. Unabhängige Rechenzentren boten sogenannten KMUs (Kleine und mittlere Unternehmen) ihre Leistungen an. Der Grund hierfür ist, dass sich KMUs eine eigene Datenverarbeitung oft nicht leisten konnten. Diese Rechenzentren verloren jedoch schnell an Bedeutung, da im Zuge des rasanten technischen Fortschritts ein starkes Aufkommen von günstigen Computern stattfand.
Ab den 70er Jahren wurden IT-Leistungen hauptsächlich intern abgewickelt. Betriebe mit ähnlichen IT-Anforderungen, wie zum Beispiel Banken, gründeten gemeinsame Rechenzentren. Es entstanden die ersten Unternehmen, die IT-Leistungen für gesamte Branchen anboten. Einige davon existieren noch heute. In dieser Zeit entstanden auch die ersten IT-Standards, die eine Basis für Softwareentwicklungen stellten. Die Hardware wurde zugekauft und die Software entsprechend angepasst. Durch diese individuellen Lösungen waren jedoch Inkompatibilität und Systemredundanzen die Folge. Daher kam der Wunsch einer Vereinfachung der Datenverarbeitung auf. Durch die Reduzierung und Integration bestehender Systeme war die Systemintegration geboren.
Das moderne Outsourcing, wie man es heute kennt, entstand eigentlich durch Vertragsabschlüsse großer Unternehmen in den späten 80er und frühen 90er Jahren. Die Verträge wurden zur Auslagerung der Datenverarbeitung zwischen Kodak und der IBM-Tochter ISSC (Großrechner), zwischen DEC (Netzwerk) und Businessland (Personal Computer), sowie zur Auslagerung der IT von Rank Xerox zu EDS abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt wurde Outsourcing nicht mehr nur als Lösung für KMUs betrachtet, da auch große Unternehmen Teile ihrer IT auslagerten. In Folge dessen, rückte Outsourcing als Möglichkeit des Managements der IT eines Unternehmens ins allgemeine Interesse.
Ab diesem Zeitpunkt wuchs der Markt für IT Outsourcing ständig weiter. Heutzutage gibt es immer mehr Unternehmen, die ihre IT bzw. einen großen Teil davon an externe Dienstleister auslagern.

Abbildung 2: Übersicht über Outsourcing in der Praxis
3. Outsourcing: Formen
Grundsätzlich wird beim Outsourcing von IT-Diensten, Bereichen etc. zwischen zwei unterschiedlichen Grundformen unterschieden. Dem „Unternehmensinternen Outsourcing“ und dem „Unternehmensexternen Outsourcing“.
Beim „Unternehmensinterne Outsourcing“, ist der Outsourcing-Dienstleister ein Tochter- oder Beteiligungsunternehmen.
Beim „Unternehmensexternen Outsourcing “ hingegen werden die Dienste an einen externen Dienstleister übergeben.
Spezielle Arten von Outsourcing
Nach dieser grundlegenden Unterscheidung zwischen den beiden Grundformen des Outsourcings gibt es noch eine Reihe weiterer Spezialformen die in den folgenden Punkten erläutert und definiert werden.
3.1 Application Management/ Application Maintenance
Application Management beinhaltet die Pflege, Optimierung und Weiterentwicklung von bestehenden und neuen Applikationen. Ziel dabei ist die maximale Kosteneinsparung und die Erreichung einer hohen Flexibilität und Qualität. Beim Application Maintenance hingegen werden nur die Wartung und der Support der Software übernommen. Ein Beispiel dafür ist die SAP AG. Application Management und Maintenance für SAP Standard Software wird von der SAP selbst über ihre hundertprozentige Tochter SAP Hosting AG & Co. KG angeboten.
3.2 Application Service Providing (ASP)
Beim ASP benutzt ein Unternehmen die Softwaredienste eines externen Dienstleisters (ERP-System) über öffentliche Netzwerke wie z. B. das Internet. Die Software muss im Unternehmen nicht installiert bzw. vollständig gekauft werden. Somit sind die Gebühren für die Nutzung von ASP-Diensten oft billiger als die Anschaffungskosten der ganzen Anwendung. Die gesamte Verarbeitung, Wartung und Sicherung der Daten erfolgt durch den Anbieter.
Die SAP bietet z. B. ihre ERP Software als ASP-Dienst über die Tochterfirma SAP Hosting AG & Co. KG an.
3.3 Comprehensive Outsourcing/Complete Outsourcing
Ein ganzer Unternehmensbereich wird an einen externen Dienstleister für einen gewissen Zeitraum übergeben. Zum Beispiel wird die ganze IT eines Unternehmens mit samt ihren Assets und Teilen der Belegschaft für eine gewisse Vertragslaufzeit an einen externen Anbieter übergeben.
3.4 Rechenzentrums- Dienstleistungen/Processing Services
Rechenzentrums-Dienstleistungen sind bereits in den 60er Jahren entstanden, als von den Unternehmen vor allem Batch-Verarbeitung auf Großrechnern, beispielsweise für Lohn- und Gehaltsabrechnungen, nachgefragt wurde. Heute bestehen die angebotenen Leistungen bei Rechenzentrums-Dienstleistungen und Processing Services vor allem im Application Service Providing (ASP).
3.5 System Integration
System Integration bezeichnet die Erstellung von Datenverarbeitungs-Komplettlösungen, welche die Planung und Realisierung von Software und Hardware, sowie die Zusammenführung komplexer proprietärer Systeme vereint. Eine unzureichende Integration von verschiedenen Systemen kann zu gravierenden Problemen beim Risiko Management führen. Die hierfür benötigten Kenntnisse und Erfahrungen stehen wegen der in diesem Fachbereich hohen Innovationsgeschwindigkeit und den ständigen Technologiesprüngen im IT- Bereich in den meisten Unternehmen nicht zur Verfügung. Ein System-Integrationauftrag endet zumeist mit der Fertigstellung des Projektes, einer Schulung der Mitarbeiter und einer Unterweisung der internen Wartungsmitarbeiter in die Systembetreuung, durch den externen Anbieter.
Nach der Unterweisung erfolgt die Wartung der Systeme durch die eigenen, geschulten Mitarbeiter und nicht durch den externen Anbieter, da seine Leistung, durch die Fertigstellung des Projekts bereits erfüllt wurde.
3.6 Business Process Outsourcing
Beim Business Process Outsourcing wird ein ganzer Unternehmensprozess an einen externen Dienstleister übergeben. Bevor jedoch die Auslagerung dieser Prozesse erfolgt muss definiert werden, welche von diesen Unternehmensprozessen Kerngeschäft sind und welche nicht. Ziel ist es die Konzentration auf die Kernkompetenzen eines Unternehmens zu lenken um eine Verringerung der Wertschöpfungstiefe zu verringern.
Beispiele für diese Form des Outsourcings ist die Übergabe der Unternehmensprozesse Finanzbuchhaltung, Personalwesen, Kredit-Management, Risiko-Analyse, Inkasso etc. an externe Dienstleister, da diese nicht zu den Kerngeschäft eines Unternehmens zählen.
3.7 Business Transformation Outsourcing (BBO)
Diese Spezialform des Outsourcings vereinbart Beratung und Betrieb von IT- und Geschäftsprozessen.
3.8 Out- Servicing
Bei Out-Servicing werden serviceorientierte Bereiche ausgelagert, wie zum Beispiel telefonische Betreuung von Kunden in einem Callcenter.
3.9 Offshore-Outsourcing
Dieser Begriff definiert die Auslagerung von Dienstleistungen in Billiglohnländer wie z. B. Indien, China oder aber Russland. Das heißt die IT-Services werden außerhalb des Heimatmarktes in einem Niedriglohnland erstellt. Laut der META Group nutzen von 150 deutschen Großunternehmen 10 % diese Spezialform von Outsourcing. In den USA fließt bereit ein Fünftel des IT-Budgets ins Ausland.
3.10 Outtasking
Outtasking ist ähnlich dem klassischen Outsourcing, nur dass ähnlich wie bei Business Process Outsourcing, Tasks (Teilbreiche) ausgelagert werden. Die Kontrolle über die Infrastruktur (Personalverwaltung und Assets) behält man jedoch selbst.
3.11 Transitional Outsourcing
Hilft bei der Bewältigung von Technologiewechseln. Das Unternehmen beauftragt einen technisch versierten Drittanbieter mit den betreffenden Umstrukturierungsaufgaben, welche dann vom Anbieter in die Praxis umgesetzt werden.
3.12 Managed Services
Für einen vertraglich definierten Zeitraum stellen externe Dienstleister gewissen Leistungen zur Verfügung. Der Kunde kann die Leistung innerhalb des Zeitraumes jederzeit abrufen und benutzen.
(Anbieter stellt Kunden externen Speicherplatz zur Verfügung)
3.13 Cloud Computing
Beim Cloud Computing werden IT-Leistungen bedarfsgerecht als Service über das Internet oder innerhalb eines Firmennetzwerks bereitgestellt und nach Nutzung abgerechnet. Die IT-Leistungen können sich auf Software, Plattformen für die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen, sowie die Basis-Infrastruktur wie beispielsweise Speicherplatz beziehen. Ein großer Vorteil für die Anwender ist hier, dass aus fixen Investitionen variable Kosten werden. Unternehmen können in Zukunft ihre starre IT dadurch dynamisch steuern. IT-Dienstleister können ihre Infrastruktur optimal nutzen, da diese ihre Dienste zentralisiert und konzentriert anbieten.
Für Softwareanbieter verschiebt sich das klassische Lizenzgeschäft in Richtung „Software as a Service“, hin zur Bereitstellung und Betreuung von Software als Dienstleistung über das Internet. Hardware-Hersteller werden wenige, dafür große Cloud-Rechenzentren beliefern. Für die Anwender hat Cloud Computing viele Vorteile. Unternehmen profitieren vom umfangreichen und ständig weiterentwickelten Lösungsangebot. Dadurch können sie ihre Ideen schnell und professionell über das Internet realisieren und ihren Kunden und Partnern präsentieren. Die Cloud unterstützt sie dabei, ohne dass große Investitionen entstehen. Mittelständische Unternehmen werden wettbewerbsfähiger, da diese Know-how nutzen können, welches bislang nur größeren Unternehmen mit entsprechenden IT-Abteilungen vorbehalten war. Große Unternehmen können durch Cloud Computing die IT flexibler gestalten, da der schwankende Bedarf an Rechenleistung einfach ausgeglichen werden kann. Mit Cloud Computing können Bedarfspitzen günstig abgefangen werden.
Diese Vorteile spiegeln sich auch im Marktwachstum von Cloud Computing wieder. Die Marktforscher von Gartner bewerten den weltweiten Markt für das Jahr 2008 mit über 46 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2013 ist mit einem Wachstum auf 150 Milliarden US-Dollar zu rechen.
Unternehmen entscheiden sich für Cloud Computing wegen des Potenzials zur Kostensenkung. Weitere Motive sind die Verlagerung von fixen zu variablen Kosten, die schnelle Realisierbarkeit und die große Flexibilität Cloud Computing bietet Unternehmen aller Größenklassen vielfältige Chancen. Sie können ihre Geschäftsideen schneller via Internet realisieren, ihre Produkt- und Serviceangebote in Wertschöpfungsnetzen erweitern und so von der Effizienz und Geschwindigkeit im Marktzugang profitieren.
3.13.1 Sicherheit von Cloud Computing
Für Unternehmen ist vorrangig die Sicherheit der Unternehmensdaten, sowie der unterstützten Geschäftsprozesse wichtig. Von Dienstleistern wird erwartet, dass sie die Datenhaltung auf dem Stand der Technik gewährleisten. Dazu müssen Kundendaten gegen physikalische und logische Fehler sowie gegen unbefugten Zugriff absichert werden. Die Vertrauensentwicklung auf der Kundenseite soll dabei durch Zertifikate gefördert werden. Neben der Sicherheit der Datenhaltung ist auch auf den sicheren Datentransfer über das Internet zu achten. Hierzu ist der Einsatz von verschiedenen Technologien notwendig.
4. Outsourcing in der Praxis
4.1 Abhängigkeit vom Dienstleister
Bei umfangreichen Auslagerungen (z. B. Complete Outsourcing) ist es schwierig, später den Dienstleister zu wechseln. Da eine gewisse Abhängigkeit von einem Dienstleister entsteht, wachsen auch die unmittelbaren Gefahren für ein Unternehmen. Eine dieser Gefahren könnte die Verschlechterung der Leistungsqualitäten während der Vertragslaufzeit sein.
4.2 Datenschutz und Datensicherheit
Die Bereiche Datenschutz und Datensicherheit zählen zu den großen Risikofaktoren des Outsourcings. Diese Risikofaktoren werden häufig, auf Grund von Überschätzung der eigenen Vorkehrungen, als zu hoch eingestuft. Ein externer Dienstleister bietet in der Regel, durch sein höheres Know-How, einen ebenso hohen bzw. höheren Sicherheitsstandard. Das Thema Datensicherheit wird jedoch, auf Grund der hohen Bedeutsamkeit, sehr akkurat behandelt.
Ein weiterer Risikofaktor besteht darin, dass durch die Auslagerung interne Geschäftsdaten oder -geheimnisse einem externen Unternehmen übergeben werden. Studien ergaben jedoch, dass die Gefahr der Datenweitergabe an Konkurrenten durch unternehmensinterne Mitarbeiter viel größer ist, als durch Mitarbeiter des Outsourcing-Dienstleisters. Auf jeden Fall sollten datenschutzbezogene Ungewissheiten im Outsourcing-Vertrag definiert werden.
4.3 Know How- und Kontrollverlust
Viele Unternehmen fürchten durch Outsourcing einen Verlust der Kontrolle. Diese Angst ist jedoch unbegründet, da dies die logische Folge der Konzentration auf das Kerngeschäft und der Auslagerung des Nebengeschäfts ist. Viele Manager befürchten neben dem Kontrollverlust auch den Verlust von Qualität.
Durch Outsourcing ist, in bestimmten Bereichen der IT, immer ein Verlust von Know-How die Folge. Der Verlust erfolgt immer in den ausgelagerten Bereichen, da diese Mitarbeiter entweder vom externen Dienstleister übernommen oder freigesetzt werden. Dadurch wird die Abhängigkeit vom Dienstleister weiter verstärkt und dessen Kontrolle schwieriger.
5. Schlusswort
Outsourcing der IT ist mittlerweile eine allgemein akzeptierte und ausgereifte Alternative zum Eigenbetrieb. Dieser Schluss kann zum einen draus gezogen werden, da ein großer Anteil von Unternehmen ihre IT bzw. Teile bereits ausgelagert haben und zum anderen, da Marktprognosen ein steigendes Wachstum in den nächsten Jahren voraussagen. Anbieter wie IBM oder CSC verzeichnen mit Outsourcing mehrere Milliarden US-Dollar Umsatz pro Jahr.
Ein großer Vorteil des Outsourcings ist, dass kleine als auch große Unternehmen vom Know-How der externen Dienstleister profitieren können. Die Einsparpotentiale von Outsourcing sind für kleine und mittlere Unternehmen, als auch für große Betriebe zunehmend interessant. Durch immer bessere Technologien, spielt es kaum eine Rolle, ob einzelnen Komponenten intern vorhanden sind, oder von einem externen Dienstleister zur Verfügung gestellt werden.
Es kann mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Leistungsfähigkeiten, die Outsourcing auf wirtschaftlicher sowie auf technischer Seite bietet, noch lange nicht ausgeschöpft sind.
Quellen
Outsourcing. Wikipedia. Verfügbar unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Outsourcing [eingesehen am: 05.11.2009].
Erfolgreiches IT-Outsourcing. Manager Magazin. Verfügbar unter:
http://www.manager-magazin.de/it/itdirector/0,2828,357220-2,00.html [eingesehen am: 05.11.2009].
Der Einfluß der Kosten auf Make-or-buy Entscheidungen. Verfügbar unter: http://www.ebz-beratungszentrum.de/logistikseiten/artikel/makeorbuy.html [eingesehen am: 05.11.209].
IT Outsourcing. TDS AG. Verfügbar unter: http://www.tds.de/tds.com/ [eingesehen am: 05.11.2009].
Torsten Gründer | Markus Bereszewski. Vom internen Betrieb zum flexiblen IT-Sourcing. Verfügbar unter: http://informationweek.de/showArticle.jhtml?articleID=193002269&queryText=vom+internen+betrieb+zum++flexiblen+it+outsourcing [eingesehen am: 07.11.2009].
Martin Jetter. Cloud Computing - Evolution in der Technik, Revolution im Business. Verfügbar unter: http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-Leitfaden-CloudComputing_Web.pdf [eingesehen am: 11.11.2009].





